Geschichte

35 Jahre FZN

Der Fanfarenzug Nusplingen besteht seit über 35 Jahren. In diesen Jahrzehnten ist einiges passiert, im musikalischen wie auch im geselligen Sektor. Dieser Abriss soll allen dienen, die sich informieren wollen. Vor allem aber richtet er sich auch an alle Aktiven und Ehemaligen, die sich gerne an einzelne Erlebnisse erinnern.

Unser Verein hat eine bemerkenswerte Entwicklung durchlaufen: hinsichtlich der Instrumentation, der Besetzung der einzelnen Stimmen durch aktive Mitglieder und hinsichtlich der Literatur. Nach der Einführung vom Spiel nach Noten Mitte der achtziger-Jahre hat der FZN einen gewaltigen Sprung gemacht. Das bescherte uns Einladungen weit über die Kreisgrenzen hinaus bis ins Ausland. Allein auf zehn Auftritte in Frankreich blicken wir zurück, die uns von der belgischen Grenze bis ans Mittelmeer führten. Es wurden zahlreiche Stücke der verschiedensten Stilrichtungen eingelernt und in das Repertoire aufgenommen, das sich heute von vielen anderen Fanfarenzügen stark abhebt.

Mit der Aufnahme einer CD 2002 wurde ein Teil der Arbeit im musikalischen Sektor dokumentiert. Doch auch in den vergangenen zehn Jahren wurden viele neue Stücke aufgelegt, teilweise auch selbst von Aktiven komponiert und arrangiert.

Unser reiner Naturtonzug zählt im Jubiläumsjahr 50 aktive Bläser, Trommler und Fahnenschwinger, darunter auch zehn Kinder in einer Fahnenschwingergruppe, die sich in den letzten Jahren gefunden hat. 20 Jugendliche unter 18 Jahren und 190 passive Mitglieder. In regelmäßigen Abständen werden Jugendliche ausgebildet, damit der Nachwuchs gesichert werden kann. Seit Jahren werden jährlich 60 Proben abgehalten um die durchschnittlich 25 Auftritte zu meistern.

1978 wurde der Fanfarenzug von drei jungen Männern initiiert: Edi Behnke als 24-Jähriger war die treibende Kraft, Klaus Schlude und Hubert Ritter standen ihm zur Seite. Bereits nach zwei Zusammenkünften begannen 20 Jugendliche unter Anleitung des Fanfarenzugs Spaichingen mit der Probenarbeit in einem Klassenzimmer der Schule. Edi Behnke wurde Tambour   – musikalischer Leiter –   und gleichzeitig 1. Vorsitzender. Überhaupt leistete er in den ersten Jahren einen Großteil der Aufbauarbeit, waren die allermeisten Mitglieder doch minderjährig. Noch im selben Jahr wurden 30 Landsknechtsuniformen beschafft, die mehr als 20 Jahre den Aktiven gute Dienste erwiesen. Für den damals notwendigen Kredit konnten immerhin vier Mitglieder bürgen. 1979 bauten die Jugendlichen das alte Rathaus der Gemeinde zum Probelokal aus und im Dezember fand die offizielle Gründungsversammlung im „Heuberger Hof“ statt.

1984 wurde erstmals groß gefeiert: das fünfjährige Bestehen auf dem damaligen Festgelände „Kirchwiesen“. Doch bekannt und groß geworden ist der Nusplinger Fanfarenzug mit dem anfangs jährlich durchgeführten Heckentalwaldfest.  Von 1978 bis 2001 wurde 16 Mal dort gefeiert: Feste mit ihrem ganz eigenen Charme und einem Flair, an das sich heute noch viele wehmütig erinnern.

1986 wurde das alte Rathaus abgerissen und der FZN verlor dadurch sein eigenes Probelokal. Für acht lange Jahre mussten die Bläser und Trommler im Musiksaal der Hauptschule üben. Nichtsdestotrotz wurde 1989 das 10-jährige Bestehen mit einem großen Fanfarentreffen und Boxkämpfen zwischen dem ASV Ebingen und dem SSV Reutlingen auf dem neuen Festplatz gefeiert.

Zwischenzeitlich hatte Hans Hager 1987 bis 2002 die musikalische Leitung übernommen, 1. Vorsitzender war von  1989 bis 2000 Huber Ritter.

1994 wagten sich die Fanfarenzügler wieder an den Ausbau eines Proberaums: in Eigenregie und mit großer Unterstützung durch Handwerker, Spender und die Gemeinde wurde das Dachgeschoß des gemeindeeigenen Feuerwehrhauses in über 2.000 freiwilligen Stunden ausgebaut und eingerichtet. Gleichzeitig wurde zur Finanzierung ein von der Gemeinde bereit gestellter Holzeinschlag bewältigt. Dieses Jahr wies viele weitere Highlights auf, die in die Annalen eingingen: im März erfolgte der 1. offizielle Auslandsauftritt beim Carneval in Chalon-sur-Saone, dem zahlreiche Gastspiele in ganz Frankreich folgten. Im Herbst veranstaltete der Fanfarenzug seinen 1. Konzertabend mit dem FZ Graf Zeppelin Friedrichshafen und dem Musikverein Nusplingen. Für unsere Gemeinde und auch für Fanfarenzüge allgemein war dies etwas ganz Besonderes: in musikalischer Hinsicht ein Novum und die Festhalle war bis auf den letzten Platz gefüllt. Danach fuhren die „rot-weiß-schwarzen“ Landsknechte vom Heuberg für drei Tage zum „Fete des Louches“ – Löffelfest – nach Comines an der französich-belgischen Grenze.  An Auftritten und Arbeitseinsätzen war dieses Jahr kaum zu übertreffen.

Einen weiteren Höhepunkt durften die Aktiven in Friedrichshafen erleben. Zusammen mit den Häfler Zügen gestalteten sie im Juli 1995 das Standkonzert zum Seehasenfest und wirkten am Nachmittag beim Umzug mit. Auch im französichen Jura war der FZN in diesem Jahr zu Gast: beim Wurst- und Weinfest in Morteau.

Absolutes Neuland wurde anfangs 1996 betreten: die aktive Mitwirkung beim 1. Kirchenkonzert der vier Musik treibenden Nusplinger Vereine machte unseren Verein sozusagen „gesellschaftsfähig“ und somit auch zum festen Bestandteil des kulturellen Lebens in Nusplingen. Dieses Benefizkonzert wurde zugunsten des Kirchenneubaus in der oberschlesischen Partnergemeinde Ujazd veranstaltet. Das Konzertwertungsspiel beim Kreisverband Zollernalb in Balingen schlossen wir wenige Monate später mit der Note sehr gut bis gut sehr erfolgreich ab.

Nach zwei weiteren Gastspielen in Frankreich  – Mirabellenfest in Metz 1996 und Weihnachtsfest in Verdun 1997 – kamen 50 aktive Bläser, Trommler und Fahnenschwinger 1998 in den seltenen Genuss, für fünf Tage nach Nizza zu fahren. Beim Internationalen Karneval von Frankreich wirkten wir bei  vier großen Umzügen mit, die jeweils von über  100.000 beigeisterten Zuschauern verfolgt wurden.  Ein ganz besonderes Erlebnis war es, den grandiosen Blumenkorso auf der „Promenade des Anglais“ anzuführen, bei der über 20 farbenprächtige Blumenwagen und ebenso viele Fußgruppen mitwirkten. Die Teilnehmer waren aus ganz Frankreich, der Schweiz, Italien, Portugal, Deutschland, Holland, Belgien, aus der Tschechoslowakei und sogar aus China angereist, um die Touristen und Einheimischen zu begeistern und mit frischen Blumen zu überhäufen. Es folgte der atemberaubende Nachtumzug auf der sechsspurigen „Avenue Jean Medicin“ mit unvorstellbaren Lichteffekten auf einer Strecke von mehreren Kilometern, eine Vorführung auf dem „Place du Palais“ und die Mitwirkung beim Musikkonzert im großen Festzelt. Den freien Montag nutzte man zur Besichtigung des Fürstentums Monaco mit Grimaldi-Palast, ozeanografischem Museum und Spielcasino. Am Dienstagmorgen wurde für die Schüler von „St. Roman de Bellet“ gespielt. Der Nachmittag traf auch so richtig den Geschmack aller Mitglieder: Beachparty auf dem Beau Rivage zwischen Hotel Negresco und Casino Ruhl, mit Gelegenheit ein Bad in der Sonne und auch im frischen Meer zu nehmen. Am Mittwochmorgen war noch Zeit für einen ausgiebigen Stadtbummel und die Besichtigung der Altstadt.  Danach hieß es Abschied nehmen vom größten Karneval Frankreichs, von einer stolzen liebenswürdigen Stadt, äußerst aktiven Zuschauern und von der besonderen Lebensart der Cote d´Azur. Für alle Beteiligten ein unvergessliches Erlebnis!

Im Oktober 1998 gestaltete der Fanfarenzug Nusplingen gemeinsam mit dem Musikverein Nusplingen und dem Fanfarenzug Laiz den 2. Konzertabend wiederum sehr erfolgreich. Kurz danach folgte ein unvergesslicher TV-Auftritt: der FZN  intonierte mit dem Rittmeistermarsch auf der Burg Hohenzollern einen eindrucksvollen Beitrag zur ARD-Sendung „Kein schöner Land“.  Die Folge „Schwäbische Alb“ wurde zwischenzeitlich mehrfach in den dritten Programmen wiederholt.

Das 20-jährige Jubiläum wurde vom 9. – 11. Juli 1999 gebührend gefeiert. 50 Fanfarenzüge, Musik-, Narren- und Schützenvereine hatten ihr Kommen zu diesem Jubiläum zugesagt. Gleichzeitig wurde das Treffen der Freien Fanfarengemeinschaft (FFG) Alb-Donau ausgerichtet, die bei diesem Fest das 10-jährige Bestehen feierte. Höhepunkte waren hierbei der Sternmarsch mit 24 Zügen, der Massenchor der 9 Mitglieder der Freien Fanfarengemeinschaft und der Auftritt des Fanfarenzugs Graf Zeppelin Friedrichshafen am Samstagabend. Außerdem trat eine Gruppe der Ehemaligen des FZN im Festzelt auf, zunächst allein, dann zusammen mit den Aktiven: Gänsehautfeeling pur für uns alle!!!. Alle, die dabei waren, werden diesen Abend sicher nie vergessen.  Am Sonntag gab es einen farbenprächtigen Festzug mit Fanfarenzügen, Narren- und Schützenvereinen, Fahnenschwingern, Schulklassen und Oldtimern.
Für die Aktiven wurden zum Jubiläum 50 neue Landsknechtsuniformen mit einem Aufwand von allein über 100.000 DM beschafft. In diesen Jahren wurden auch die instrumentale Besetzung mit Fanfaren, Parforcehörnern, Bassinstrumenten und Percussion sowie das Repertoire stetig ausgebaut. Hierzu hat der Verein enorme finanzielle Anstrengungen unternommen. Es wurden gemeinsam Inventuren durchgeführt, Feste, Konzerte und Scherenschleifen veranstaltet. Für die Gemeinde wurden mehrere Arbeitseinsätze bewältigt. Sie hat daher auch einen Zuschuss und einen Holzeinschlag bewilligt. Auch hier wurden die Bestrebungen neben der unermüdlichen Arbeit der Aktiven wieder stark durch spendenwillige Firmen und Bürger sowie mit enormen Zuschüssen durch den Landesverband der Spielmanns- und Fanfarenzüge Baden-Württemberg unterstützt.

Im Herbst 1999 stand dann noch eine Reise in den Osten Deutschlands auf dem Programm. Die thüringische Spielzeugstadt Sonneberg feierte ihr Jubiläum 650 Jahre Stadtrechte mit der Darstellung historischer Ereignisse von 1207 bis in die heutige Zeit.

Ein weiterer Frankreichbesuch folgte im Jahr 2000: die Stadt Besancon hatte vom 11.-12. März 2000 zum Karneval eingeladen.

In diesem Jahr übernahm unser langjähriger 2. Vorsitzender Willi Schreiber das Amt des 1. Vorsitzenden und führt dieses noch heute aus.

Im Oktober 2000 beteiligten wir uns dann bei den 33. Herrenberger Musiktagen.  Höhepunkte waren dabei die Mitwirkung beim Internationalen Stimmungs- und Folkloreabend in der Mehrzweckhalle und beim Trachtenfestzug mit über 40 Folkloregruppen aus vielen Teilen Deutschlands und aus zahlreichen Ländern Europas. Eine begeisterte Masse von Zuschauern durfte mit einer farbenprächtigen und attraktiven Begegnung von Blaskapellen, Trachtenvereinen und Brauchtumsgruppen einen musikalischen und kulturellen Glanzpunkt erleben. Der Musikverein Stadtkapelle Herrenberg richtet dieses Fest der Nationen jährlich aus und ist der älteste Musikverein Deutschlands. Er wurde 1457 gegründet.

Eine ganz neue Erfahrung konnten knapp 30 Aktive im Jahre 2001 machen, als wir die Feierlichkeiten zur Partnerschaftsunterzeichnung unserer Gemeinde mit der polnischen Gemeinde Ujazd begleiteten.  Insgesamt 55 Vertreter von der politischen Gemeinde, Kirchengemeinde, von Schule, Kindergarten und verschiedenen Vereinen reisten vom 29. Juni bis 02. Juli 2001 nach Oberschlesien, um die bereits seit sieben Jahren bestehende Partnerschaft zwischen den beiden Kirchengemeinden auf die kommunale Ebene zu erweitern. Wir hatten schon am Samstag beim kurzen Umzug zum Stadtpark von Ujazd das Gefühl, dass diese Tage etwas Besonderes werden sollten. Als wir am Ende des Nachmittagsprogramms in das Festzelt einmarschierten, spürten wir  die Herzlichkeit der Menschen, die nach wenigen Stücken in Begeisterung umschlug. Nach unserem 45-minütigen Bühnengastspiel, bei dem wir alle Register zogen, wurden wir vom mitklatschenden Publikum mit standing ovations verabschiedet. Von der anschließenden Versorgung mit Essen und Getränken durch nette junge Damen waren dann wir begeistert. Spät in der Nacht ging es per Pedes zum 7 km entfernten Massenquartier in einer Sporthalle…

Nach kurzer Nachtruhe und einem äußerst üppigen Frühstück hinterließ der feierliche Gottesdienst, der von Pfarrer Gebhard Streicher und Prälat Werner Schygulla zweisprachig zelebriert wurde, bei allen Gottesdienstbesuchern einen tiefen Eindruck. Die Kirche war bis auf den letzten Platz gefüllt und alle Lieder wurden inbrünstig gesungen. Bewegende Szenen haben sich auch bei der Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunden im Rathaus abgespielt, ebenso bei den anschließenden Feierlichkeiten im Festzelt. Es war schön, diese Anlässe musikalisch zu begleiten und den Menschen eine große Freude zu machen.  Am Montagmorgen hieß es Abschied nehmen von außergewöhnlichen Gastgebern, in der Gewissheit, einen weiteren großen Schritt in Richtung Versöhnung und vereintes Europa unterstützt zu haben.

2002 ging es  wieder Richtung Osten: die Sonneberger luden uns erneut ein, um bei den Thüringentagen mitzuwirken. Der Festzug mit 6.000 Mitwirkenden und 240 Bildern wurde durch MDR live übertragen.

Noch im selben Jahr wurde die vereinseigene CD „March on“ in unserem Probelokal aufgenommen.  Im Jahre 2003 konnten wir unseren Tonträger mit 20 Titeln der verschiedensten Stilrichtungen bei unserm Frühlingsfest vorstellen. Im gleichen Jahr wirkten wir als einziger Vertreter der Naturtonfanfarenzüge beim Festakt des Landesverbandstreffens der Spielmanns- und Fanfarenzüge in Gaienhofen mit. Nach einem stimmungsvollen Abend mit der Froschenkapelle Radolfzell übernachteten wir auf dem nahegelegenen Zeltplatz. Damals auch eine neue Erfahrung.

Unser 25-jähriges Jubiläum wurde im Jahr 2004 mit einem großen 3-tägigen Fest gefeiert. Highlights  waren die SWR3-DanceNight, Jahrgangsabend, Festgottesdienst, Sternmarsch, Festumzug und Freundschaftsspielen mit befreundeten Fanfarenzügen.

Im Jahr 2005 übernahm Harald Moosbrucker die musikalische Leitung unseres Zugs, nachdem Sandra Klaiber und Reiner Ahsbahs als Interimsleiter tätig waren. Im selben Jahr waren wir bei unserem befreundeten Fanfarenzug Graf Zeppelin in Friedrichshafen beim 40-jährigen Jubiläum zu Gast, der immer noch ein großes Vorbild für uns ist.
Im Frühjahr 2006 ging es nach längerer Pause wieder einmal für zwei Tage nach Frankreich, wo es in Vittel nahe der Vogesen beim Carneval einen stimmungsvollen Abschluss der Fasnetssaison gab.

Top-Stimmung herrschte 2007 beim Schwäbischen Abend des Fanfarenzugs in der Nusplinger Festhalle. Die Froschenkapelle heizte den zahlreichen Besuchern kräftig ein,  Jung und alt genossen Humor und musikalisches Können der auch bei Rundfunk – und Fernsehanstalten bestens bekannten Originalformation aus Radolfzell.

Im Jahr 2008 waren wir zu Gast beim FZ Tell Ravensburg und erlebten zwei tolle Tage auf der Veitsburg und in der Ravensburger Altstadt. Im selben Jahr waren wir noch beim Brauereifest der Dinkel-Acker-Brauerei in Stuttgart, das zusammen mit dem Landesverbandstreffen der Spielmanns- und Fanfarenzüge durchgeführt wurde.
Im Herbst des gleichen Jahres übernahm mit Michael Klaiber wieder ein aktives Mitglied aus unseren eigenen Reihen die musikalische Leitung des Fanfarenzugs und führt diese bis heute aus. Seither wurde das Repertoire nochmals stark erweitert, unter anderem auch durch Stücke, die von ihm und seiner Frau Sandra selbst komponiert und arrangiert werden. Der Zug war gewappnet, mit frischem Elan das 30-jährige Jubiläum im Jahr 2009 anzugehen. Wieder einmal hatten wir Pech mit dem Wetter und am Samstagmorgen stand das gesamte Festzelt unter Wasser. Durch den unermüdlichen Einsatz unserer Mitglieder und vieler Helfer konnte auch dieses Fest gemeistert werden. Schon zum Kinderfest ließ der Regen nach und abends konnte der Höhepunkt ohne Probleme starten: die Froschenkapelle Radolfzell brachte die Stimmung zum Sieden und begeisterte Jung und Alt gleichermaßen. Der Festgottesdienst wurde von Pfarrer Streicher würdig gestaltet und vom FZ Durchhausen festlich umrahmt. Wer die  Froschen am Samstagabend verpasst hatte, konnte sie nochmals zum Frühschoppen genießen. Das Zelt war absolut voll. So sahen auch rund 1.000 Zuschauer einen bunten und abwechslungsreichen Festzug unter dem Motto „Nusplingen anno dazumal“. Neben befreundeten Fanfarenzügen waren viele Oldtimertraktoren und Fußgruppen örtlicher Vereine dabei. Auch der Nusplinger Musikverein, der zum Ausklang die zahlreichen Gäste und Helfer bis in den Abend wieder ganz hervorragend unterhielt.

Im Frühjahr 2010 spielte der FZN auf der großen Festbühne bei der Landesgartenschau in Villingen-Schwenningen.

Mit der Teilnahme am 165. Cannstatter Volksfest ging für die Verantwortlichen im Herbst des gleichen Jahres ein kleiner Traum in Erfüllung. Über 1.000 Gruppen hatten sich um einen der 100 Startplätze beim großen Festzug beworben. Zahllos geschmückte Wagen, Gespanne mit Pferden, sowie Trachten- und Musikgruppen zogen durch die malerische Altstadt. Pünktlich zu diesem Event kamen die neu gestalteten Fahnen des FZN zum Einsatz. Wie so oft – insbesondere auch bei den Frankreich-Gastspielen – zeigten die Fahnenschwinger vor 150.000 Zuschauern ihr Können und wurden mit viel Applaus bedacht. Beim geselligen Teil im Festzelt herrschte eine Bombenstimmung und manch einer gab wirklich alles, sogar sein Hemd…

Im Oktober 2011 nahm der Fanfarenzug am größten Weinfest Deutschlands teil. In Neustadt an der Weinstraße hatten wir beim Deutschen Weinlesefest ein Arrangement und spielten – sowohl auf der RP1 Bühne- als auch beim großen Winzerumzug. Vor 120.000 Zuschauern gaben wir unser Bestes und der zweitägige Ausflug war nicht nur musikalisch ein voller Erfolg.

Im Frühjahr 2012 holten wir unser 4. Konzert nach, welches im Vorjahr kurzfristig abgesagt werden musste. Zusammen mit dem Fanfarenzug der Narrenzunft Schwenningen/Neckar, den Bärataler Alphornbläsern und mit unserem Musikverein boten wir den Zuschauern in der voll besetzten Halle ein tolles und sehr abwechslungsreiches Programm. Erstmals in der Geschichte der Musik, spielte dabei ein Fanfarenzug zusammen mit einer Alphorngruppe. Hierfür mussten die Holzinstrumente in Eigenanfertigungen verlängert werden, um gemeinsam in Es spielen zu können.

Das Jahr 2013 hatte einiges zu bieten: im Mai machten wir uns aufgrund einer Einladung wieder für fünf Tage auf den Weg Richtung Ujazd in Oberschlesien. Die lange Anreise von 1.000 km wurde zu einem Zwischenstopp mit Übernachtung in der sächsischen Landeshauptstadt Dresden genutzt. In Zusammenarbeit mit Lebenshilfe und Jugendhilfe Dresden haben unsere Verantwortlichen ein Auftrittsprogramm in drei Kinder- und Behinderteneinrichtungen organisiert. Dafür stellte uns die Stadtverwaltung einen professionellen Stadtführer sowie das „Lottchen“ – eine Kinderstraßenbahn – zur Verfügung. Nicht schlecht staunten wir, als am Abend über die Bildschirme des Kanals „TV8-Dresden“ unser soziales Engagement in allen Straßenbahnen angekündigt wurde. Eine musikalische Einlage vor der Semperoper machte großen Spaß und sorgte für Aufsehen. Bei den Auftritten in den Einrichtungen war die Freude der Kinder und Behinderten offensichtlich. „Immer weiterspielen – nur nicht aufhören“, war die Aussage eines Bewohners. Mit tiefgreifenden Eindrücken machten wir uns auf den weiteren Weg zu den Internationalen Partnerschaftstagen.

Dort wurde das 400. Jubiläum der Pfarrkirche St. Andreas und das 790. Jubiläum der Stadt Ujazd mit uns Nusplingern und den weiteren Partnerstädten Lobenstein in Thüringen und Bridlicna in Tschechien gefeiert. Höhepunkte waren zwei Festgottesdienste am Samstag und Sonntag, die von zwei Bischöfen und sieben weiteren Geistlichen zelebriert wurden: in deutsch, polnisch und tschechisch. Auch wir haben einen musikalischen Beitrag in der bis auf den letzten Platz gefüllten  Kirche St. Andreas beigesteuert. Ein weiterer Höhepunkt war ein historischer Umzug durch Ujazd, den der FZN stilecht anführte. Auf der Festbühne begleiteten wir anschließend die feierliche Übergabe der Gründungsurkunde der Stadt Ujazd sowie die Schlüsselübergabe. Außerdem feuerten wir unser Fußballer vom TSV an, die gegen die polnischen Partner spielten und noch dem Heiratsmarkt am Sonntagabend beiwohnten. Das Fazit aller Teilnehmer war durchweg positiv: die Beziehungen zwischen Nusplingen und Ujazd wurden weiter vertieft.

Bei nahezu tropischen Temperaturen wirkten wir am 27. Juli 2013 bei der Basel Tattoo Parade der Schweizer Rheinstadt mit. Eine Einladung zum weltweit zweitgrößten Open Air Tattoo zu erhalten, ist eine ganz besondere Ehre. Auf dem Münsterplatz trafen sich knapp 2.000 Umzugsteilnehmer aus 45 Vereinen und aller Herren Länder: Schweiz, Großbritannien, Australien, Niederlande, Kanada, Norwegen und Frankreich. Weitere Deutsche Vertreter waren neben dem FZN die Musiker des Gebirgsmusikkorps Garmisch-Partenkirchen. Bereits vor dem eigentlichen Paradebeginn erregten unsere Kinderfahnenschwinger die Aufmerksamkeit des Senders „Telebasel“. Ein aufgezeichnetes Musikstück  mit Einlage der Fahnenschwinger wurde als Eröffnung der Sendung „7 vor 7“ ausgestrahlt. Weit über 100.000 Zuschauer und ihr lauter Applaus beim darauf folgenden Umzug durch die Basler Altstadt bis zur Tattoo Arena halfen, die körperlichen Strapazen bei 38 Grad im Schatten zu meistern. Wirklich ein absoluter Höhepunkt in unserer Vereinsgeschichte!

Wer einen guten Tropfen liebt, Geselligkeit sucht und stilvolles Ambiente schätzt, der ist beim Fellbacher Herbst genau richtig. Bereits zum 66. Mal hatte die Kappelbergstadt zu einem der beliebtesten und meistbesuchten Erntedank-, Heimat- und Weinfeste im Südwesten Deutschlands im Oktober letztes Jahr eingeladen.  Und den FZN zur Mitwirkung beim großen Festzug, was wir nicht abschlagen konnten.

In den letzten 35 Jahren hat der FZN weit über 2.000 Proben abgehalten, um rund 850 Auftritte zu bewältigen. Die Auswahl der Highlights ist rein subjektiv erfolgt und kann nur einen Querschnitt repräsentieren. Hierbei spielten musikalische, gesellige und kameradschaftliche Aspekte eine Rolle. Viele von uns Aktiven und Ehemaligen sind  der Meinung: Wir sind ein toller Haufen. Und wir hoffen, dass dies noch viele Jahre so sein wird!

Für die Aktiven

Hans Hager                             Michael Klaiber

2 Gedanken zu „Geschichte“

  1. Es hat mich gefreut, dass Euch mein Stück gefällt und es spielt. Ihr nennt es Letz Fetz. Ich habe es 1993 für den Seehasenfanfarenzug geschrieben und kann mir vorstellen, dass es schwierig ist, ohne Noten, so ein Stück einzuüben. Wenn Ihr es noch spielt, kann ich Euch helfen es noch besser zu machen. Nur ein Beispiel: Im Trommelteil vor dem Parforcepart fehlt ein Takt Trommel…
    Am Schluss gibt es einen Tonartwechsel, wo ich zugebe dass er auf der SFZ CD schwer herauszuhören ist. Nun, wenn Ihr wollt helfe ich genauer.

    Viele Grüße vom Bodensee

    Robert

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